RIFT – Das MMO Best-Of

Stellt euch mal vor, ihr habt eine absolute Lieblingsband. Ihr kennt jedes Lied auswendig, habt alle Lieder schon tausende Male gehört. Und dann kommt ein Best Of – Album mit nochmal mit den Besten der Besten auf einer Platte und dazu eine große Stange Bonus Content. Für Leute, die vorher nicht so viel mit der Band zu tun hatten eine tolle Sache. Für Leute, die die Band schon lange hören ist es doch schön nochmal die besten Lieder auf einer Platte zu haben und dazu noch Bonusmaterial. Natürlich gibt es auf dem Markt auch andere Bands. Die haben vielleicht hier und da mal einen Glückstreffer gelandet, waren aber nie wirklich gut genug wie die eine Lieblingsband.

 
Etwas Derartiges lässt sich auch auf dem breiten Markt der MMOs finden und zwar bei einem MMO, was zu Beginn von Spielern und Kritikern wirklich gut aufgenommen wurde: RIFT.

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Ich versuche mal die Gedankengänge der Entwickler bei der Konzeptfindung zu rekonstruieren:

 
Person A: „Was ist das beste MMO auf dem Markt?“

 

Person B: „Na, World of Warcraft natürlich!“

 

Person A: „Und was mögen die Spieler daran?“

 

Person B: „Die Vielfalt. Es gibt PvP, Raids, normale Instanzen, Worldbosse. Das Klassensystem funktioniert auch und ermöglicht ein tolles Zusammenspiel. Das Itemsystem trägt den Rest dazu bei.“

 

Person A: „Und was mochten die Spieler nicht?“

 

Person B: „Die Skillbäume wirkten vielen Spielern zu einfach. Und allgemein beschweren sich zahlreiche Spieler mittlerweile verstärkt über die zunehmende Casualisierung.“

Person B: „Und gabs auch was, was andere Spieler in MMOs mochten, die sich nicht so lang gehalten haben, oder waren die totaler Mist?“

Person B: „Naja, bei Warhammer Online wurden die öffentlichen Quests sehr gut aufgenommen. In Herr der Ringe oder Everquest 2 hatte auch das Housing zahlreiche Anhänger. In Dark age of Camelot fanden die Spieler das 3-Fraktionen-PvP toll.“

 

Person A: „Okay. Dann machen wir das folgende Spiel: Wir nehmen World of Warcraft, allerdings eher auf dem Niveau von Burning Crusade oder Classic. Wir nehmen ein ähnliches Klassensystem, machens aber größer und komplexer. Dann nehmen wir die öffentlichen Quests aus Warhammer und machen daraus nen essentiellen Bestandteil des Spiels, in dem wir sie zu gigantischer Größe ausbreiten. Und Housing…..Ja, das bauen wir auch noch rein. Aber natürlich nicht nur Häuser, sondern kleine Landflecken aus der Spielwelt, wo die Spieler sich richtig austoben können! Und irgend nen PvP-Abschnitt mit 3 Fraktionen kriegen wir doch sicher auch hin!“

 
So oder so ähnlich muss die Konzeptfindung stattgefunden haben. RIFT klaut sich wirklich viel aus anderen MMOs und wagt bis auf wenige Punkte wenig eigenes. Allerdings muss man auch ganz fair sagen: Die Mischung befindet sich auf einem extrem hohen Niveau, denn RIFT klaut die wirklich guten Dinge, macht viele davon noch besser und mixt das Ganze zu einer Mischung, die jeden ansprechen dürfte. Zumindest jeden, der sich nicht bereits durch die ganzen Themenpark-MMOs und WoW-Klone am Genre sattgesehen hat.

 
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Zur Auswahl stehen 2 Fraktionen mit jeweils, 3 Rassen, welche ich persönlich zu Anfang gewöhnungsbedürftig fand, aber mittlerweile absolut in Ordnung finde. Anschließend wählt man eine aus vier Klassen aus: Schurke, Magier, Kleriker und Krieger.

 

„Moment….hab ich nicht irgendwas von großem Klassensystem gelesen?“ – werdet ihr vermutlich nun fragen, sofern ihr RIFT nicht kennt. Ja, RIFT hat ein wirklich großes Klassensystem. Die Klassen, die ihr zum Anfang auswählt, geben euch nur einen Rahmen vor. Der Krieger ist die typische Hau-drauf-Dose, der Schurke ist der leicht gerüstete Nahkämpfer, der Magier zaubert vor sich hin und der Kleriker hat natürlich mit Licht und Tod zu tun.

 
Habt ihr euren Rahmen festgelegt, könnt ihr Seelen auswählen, welche die „eigentlichen“ Klassen repräsentieren. Diese können sich drastisch unterscheiden. Jede Klasse hat 10 Seelen zur Auswahl. Insgesamt macht das also 40 Seelen. Und durch diese Seelen lassen sich die Klassen wirklich auf die unterschiedlichste Art und Weise anpassen.

 

Beispielsweise gibt es beim Kleriker eine Seele, welche den Charakter eher in Richtung des aus WoW bekannten Paladins entwickelt, eine Andere eher zum heilenden Priester und wiederum eine andere zu einem Schaden austeilendem Fernkämpfer. Der Magier kann zu einem ganz normalen Damagedealer werden, zu einem dem aus WoW ähnelndem Hexenmeister oder auch zu einem Heiler. Fast jede Klasse kann dabei jede Rolle spielen. Ein tankender Schurke? Check. Ein Heilender Magier? Check. Eine Blitze werfende Blechdose? Check.

 
Aber damit noch nicht genug. Ihr wählt nicht aus einer diese Seelen aus. Ihr habt 3 Seelen gleichzeitig aktiv, auf die ihr eure Skillpunkte beliebig verteilen dürft. Ein heilender, blitze werfender Krieger? Möglich. Ein tankender Schurke mit Pets? Kein Problem. Und da ja mehrere Skillungen für unterschiedliche Bereiche mittlerweile hohen Anklang finden, könnt ihr insgesamt fünf solcher Rollen zusammenpuzzlen.

 
Im Spiel geht es dann genau so los, wie man es von anderen MMOs gewohnt ist. Quests erledigen. Hierbei gibt es einen Punkt, den man hervorheben sollte: RIFT hat nur die typischen Kill- und Sammelquests, auf exakt dem Niveau, wie man es von WoW Classic und Burning Crusade kennt. Es stechen nur immer mal wieder auftauchende Storyquests heraus. Ich persönlich fand das erst relativ langweilig. Aber schon nach kurzer Zeit wurde der Spielfluss erreicht, den nach WoW Classic und Burning Crusade kein anderes MMO erreicht hat.

 
Während man so vor sich hin levelt, erreicht man schon sehr früh im Spiel die namensgebenden Rifts. Einmal aufgerissen strömen Gegner daraus hervor, die man erledigen muss. Mindestens 3 Wellen muss man schaffen, bevor der Riss sich wieder schließt. Dann startet ein Zeitlimit für weitere Wellen. Bis zu 6 Wellen sind möglich. Im späteren Verlauf werden diese Risse noch richtig groß und voller riesiger Bosse. Aber nunja. Das wäre dann eine nett umgewandelte Form einer öffentlichen Quests aus Warhammer. Macht Spaß, absolut, ist aber nichts Besonderes.

 
In RIFT bleibt es also nicht nur bei den Rissen, sondern ganzen Invasionen. Nicht selten ploppen 20 Risse auf einmal in einem Gebiet auf, worauf Gegnerhorden zu Stützpunkten stürmen und diese angreifen. Ziel ist es die Armeen der Gegner zu vernichten und die Risse zu schließen. Je nach Invasion und Gebiet kommen noch weitere Aufgaben hinzu. Innerhalb dieser Invasion finden auch mehrere Raidbosskämpfe statt. Solche Invasionen und Events können in jedem Gebiet auftreten. Das ganze Gebiet muss zusammenspielen um das Event zu bewältigen. Mit einer einfachen, kleinen Gruppe, ist das nicht machbar. Die Map wird so von Icons vollgehauen, dass man die eigentliche Weltkarte beinahe suchen muss. Der folgende Screenshot zeigt, wie das Ganze direkt im ersten Gebiet aussehen kann. Allerdings wurden dort bereits einige Risse schon geschlossen und einige Gegner vernichtet.

 
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Instanzen gibt es natürlich auch reichlich, welche auch per Dungeon-Browser erreicht werden können. Das Zusammenspiel funktioniert ähnlich wie in WoW. Im späteren Spielverlauf sind natürlich auch zahlreiche Raids vorhanden.
Items spielen in RIFT eine große Rolle. Diese können über entsprechende Token, durch Rift-Events und Invasionen, durch Raids und Worldbosse, sowie Fraktionen mit entsprechendem Ruf ergattert werden.

 
Damit wird auch das Endgame von RIFT sehr deutlich: Instanzen, Raids, Worldbosse, große Events. Viel und reichlich davon. RIFT ist eines der Spiele, wo man sich über fehlendes Endgame nicht beschweren kann.

 
PvPler können sich auf Schlachtfeldern mit unterschiedlichen Modi austoben. Open-PvP ist trotz der zwei Fraktionen wirklich aktiv nur auf englischen Servern möglich. Die PvP-Server wurden in Deutschland nur wenig besucht. Sollte man PvP an haben, kann man natürlich wie in WoW auch Spieler der gegnerischen Fraktion angreifen. Im Gegensatz zu anderen MMOs, kann man hier aber auch mit der anderen Fraktion kommunizieren und zusammenspielen. Und dann gibt es noch die Eroberungen, wo man eben mit drei Fraktionen auf einem riesigen Schlachtfeld unterwegs ist. Spezielle PvP-Items lassen sich so auch erfarmen.

 
Und dann ist da noch das Housing. Bereits sehr früh bekommt man einen Schlüssel zu einem kleinen, persönlichen Abschnitt der Spielwelt. Davon gibt es später auch größere, spannendere und vor allem teurere Regionen. Diese kann man beliebig mit zugehörigen Housing-Items platzieren. Rohmaterialien wie Bretter gibt es auch, womit man sich etwas Eigenes bauen kann. Da wurden schon viele Spieler mit kreativ. Es wurden, Boote, Schiffe oder auch riesige Baumhäuser gebaut.

 

 
Crafting funktioniert auch wie in den meisten anderen MMOs. Insgesamt 3 Berufe können ausgewählt werden. Neben den Standard-Berufen sticht ein Beruf hervor, mit dem man Gegenstände fürs Housing bauen kann.

 
Das erste AddOn von RIFT ist schier gigantisch. Die Größe der hinzugekommenen Welt und die Menge an Inhalten gleicht in etwa zwei WoW-AddOns zusammen. Allein die hinzugekommene Landmasse ist insgesamt doppelt so groß wie die Welt des Grundspiels.
Aktuell ist RIFT bis Level 20 gratis spielbar. Ab 12. Juni wird das Spiel dann Free2Play. Spieler, die absolut kein Geld ausgeben wollen, haben dabei nur wenige Einschränkungen. Sie können zwei Charaktere erstellen und haben drei Taschenplätze zur Verfügung, wo aber durchaus die größtmöglichen Taschen platziert werden dürfen. Zudem müssen sie auf die 4 Seelen, die mit dem AddOn implementiert wurden, verzichten. Alles andere im Spiel ist für Free2Play-Spieler verfügbar. Die Spieler des Testrealms berichten zudem, dass der Shop weit entfernt von Pay2Win ist. In erster Linie verfügbar sind Boosts, Mounts oder beispielsweise auch Housing-Gegenstände. Zudem berichteten Spieler, dass das aktuell teuerste Item lediglich 7 Euro kostet. Sofern sich da nicht groß etwas bis zum 12. Juni ändert, scheint das Ganze wirklich fair zu werden, zumal man sich durch eine neue Währung, welche durch die Nachfrage der Spieler reguliert wird, auch alles erspielt werden kann.

 
Wenn man sich das Grundspiel besorgt, bekommt man die vollen sechs Charakterplätze und die vollen fünf Taschenplätze zur Verfügung gestellt. Beim Kauf des AddOns bekommt man zudem die vier Seelen des AddOns auch hinzu. Also keine Einschränkungen mehr. Abonnenten haben in Zukunft Boosts für beispielsweise Erfahrung und Gold.

 
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Aktuell läuft hierzu ein spezielles Event: Wenn man sich auf raptr (http://raptr.com/) registriert und das Programm während des Spielens laufen lässt, kann man sich Belohnungen freischalten. Hierzu genügt es einfach eine gewisse Zeit zu spielen. Recht schnell bekommt man ein rein optisches Schulterpaar (man kann in Rift auch Items nur für ihre Optik anlegen, es gibt dafür eine spezielle Option) und einen rein optischen Helm. Wenn man aktuell etwa 14 Stunden RIFT Lite (die Version, die bis Level 20 gratis ist) spielt, bekommt man man einen Key für das Hauptspiel und das AddOn geschenkt. Neue Accounts haben damit auch gleich nochmal ein einmonatiges Gratisabo. Ein Hinweis am Rande: Startet raptr und RIFT bevor ihr schlafen geht oder etwas anderes macht. Die Zeit wird auch gemessen, wenn ihr euch nur in der Charakterauswahl befindet. Also einmal beides über Nacht laufen lassen und ihr habt jetzt die Vollversion, das Abo und 30 freie Tage bei neuen Accounts. Bei der Umstellung auf Free2Play habt ihr dann keine einzige Einschränkung mehr.

 

 

 
RIFT ist somit insgesamt kein Spiel für Spieler, die sich an den typischen Standard-MMORPGs sattgesehen haben. RIFT bietet aber eine gigantische Menge an Content und mixt alles auf einem wirklich hohen Niveau zusammen, was in anderen MMORPGs gut funktioniert hat. Es ist definitiv ein Spiel, welches man sich anschauen sollte.

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6 Antworten zu RIFT – Das MMO Best-Of

  1. sinci schreibt:

    31. Mai 2013 um 20:30

    Vielen dank erstmal für die vielen Infos ich werds aufjedenfall testen.

  2. Jan-Hendrik Meinen schreibt:

    31. Mai 2013 um 21:35

    Ich habe das Spiel auch gespielt zumindest den ersten storm legion eher wenig aber mein Fazit kann spoiler enthalten:
    Charakter: Klassensystem ist gut. Interresant ist auch man kann über all transmoggen durch das future Gadrobe und sogar wenn ich mich richtig erinnere zwischen mehrere sets wechseln. Und die ebeneneinstimmung sorgt dafür das man auch mit höchst lvl weitermachen kann
    Quest: Jeder der beiden Fraktion hat eine eigene gute Intro geschichte und story technisch hat jedes gebiet eine richtig gute story aber es sind halt standart sammel und killquests
    Dungeon: Interresant ist man hat auf den höheren schwierigkeitsgrad sogar meistens einen boss extra außer dem gibt es zusätlich zum tank heiler und dd den Supporter der einen mit starken buffs verstärkt
    PVP: Abwechslungs reiche bgs und gutes Balancing. das einzige was ich mir wünschte wäre arena
    Risse: Sind gut nicht nur allein für pve nein es gibt auch pve risse.
    Welt: Gute Grafik für ein MMO und das Reisesystem arbeitet sehr schnell
    weil man portale nutzt

  3. raxorus schreibt:

    31. Mai 2013 um 22:01

    Hab vor kurzem auch Rift angefangen, bin jetzt grade so Level 60. Unglaublich große Welt, viele Quests, gute BGs und vor allem: sackschwere Instanzen. Ab 50 ziehen die Instanzen unglaublich an.

    Ich habe noch !nie! so schwere HCs gespielt wie hier normale Instanzen

  4. serah schreibt:

    1. Juni 2013 um 16:06

    neben World of Warcraft finde ich meiner pesönlichen meinung nach RIFT als das 2 beste MMO was es heute gibt und noch dazu ist das F2P modell mehr als fair undbedingt mal anspielen =) wer es noch nicht gemacht hat

  5. sandukan schreibt:

    1. Juni 2013 um 20:57

    Ich habe mir jetzt die Lite-Version geholt.
    Ich erspiele mir den Key auf raptr.
    Kann ich den dann auf meine Lite-Version anwenden oder lieber einen neuen Account ?

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