Reus – Überraschend gutes Götterspiel!

Da öffnet man den Steam Store, schaut, was es so neues gibt und stößt auf Reus. Was? Reus? Was ist denn das? Also Store-Seite angeschaut, Informationen gesammelt, Meinungen gelesen und gekauft. Was man nun hier erhält? Ein etwas anderes, aber überraschend tolles Götterspiel, was absolut wert ist erwähnt und gespielt zu werden.
 
Worum geht es überhaupt? Eine Story ist nicht nennenswert vorhanden. Es gibt Giganten, welche in einer Art Schlaf sind. Die Welt hat sich dabei in der Zeit nahezu ausgelöscht. Vereinzelte Nomaden treiben sich noch rum. Ihr als Gott erweckt mit eurer Kraft die Giganten und versucht mit ihnen die Welt wieder aufzubauen. Simpel und einfach. Und für dieses Spiel ausreichend, denn hier konzentriert man sich wie bei vielen Indie-Spielen auf das Gameplay.
 
Zu Beginn spielt man ein Tutorial bestehend aus drei Teilen. Dieses lässt sich nur mit einem Trick überspringen. Wollt ihr das Tutorial nicht spielen, so müsst ihr in das Unlock-Menu und drückt STRG-Shift+F3. Der Grund wieso man das Tutorial nicht “normal” überspringen kann ist schlicht und einfach, weil mans spielen sollte um zu verstehen wie das Spiel funktioniert. Ich würde das Überspringen des Tutorials nicht empfehlen.
 

 

Von den Mechaniken haben wir hier ein Spiel getreu dem Motto “Easy to learn, hard to master”. Ihr steuert vier Giganten, einen Wasser-Giganten, einen Sumpf-Giganten, einen Wald-Giganten und einen Stein-Giganten, mit welchen ihr die Welt formen und bearbeiten könnt. Der Wald-Gigant kann logischerweise Wälder bauen, der Wasser-Gigant Meere, der Sumpf-Gigant wenig überraschend Sümpfe und der Stein-Gigant Wüsten. Das Wasser ist dabei die Grundlage für jeden Typ der vorhandenen Territorien. Beispielsweise wird aus einer Wüste, wenn Wasser in der Nähe ist ein Wald, während ein Sumpf ohne Wasser in der Nähe sich gar nicht bauen lässt.
 
Zuerst gilt es eines der Gebiete zu erschaffen und eine Nahrungsquelle zu platzieren. Sobald das geschehen ist, beginnt ein Nomade in diesem Gebiet ein Dorf zu bauen. Das Gebiet selbst ist limitiert. Man kann kein einzelnes Dorf so ausbauen, dass es den gesamten Planeten beansprucht. Dorfgrenzen sind fest definiert.
 

 

Je nachdem auf was für einem Territorium das Dorf gebaut wird, werden unterschiedliche Ansprüche an die drei vorhandenen Ressourcen gesteckt. Dörfer im Wald haben den höchsten Anspruch an der Ressource Nahrung, Dörfer in der Wüste haben meist hohen Anspruch an Wohlstand und Dörfer im Sumpf haben in erster Linie Anspruch an Technologie. Dennoch benötigt jedes Dorf auch ein gewisses Maß an den anderen Ressourcen. Und genau das macht das Spiel aus. Es gilt in dem begrenzten Raum das optimale Verhältnis aus allen Ressourcen für jedes Dorf zu finden. Nötig ist dies für Projekte, die die Dörfer starten. Beispielsweise kann es sich dabei um Schreine, Schulen, oder Märkte handeln. Wenn die Dörfer weiter wachsen, werden die Projekte auch ausgebaut, was mehr Ressourcen erfordert. Zudem gibt es für jedes Projekt ein Zeitlimit, in welcher die nötige Zahl an Ressourcen erwirtschaftet werden muss. Die Grundlagen für Ressourcen sind dabei eben Tiere, Pflanzen, Beeren oder auch Erze, welche durch die unterschiedlichen Giganten platziert werden können. Dabei besteht die Welt aus nicht sofort sichtbaren Feldern, wobei auf jedem Feld eine Grundlage für eine Ressource platziert werden kann.
 
Das reicht aber auf Grund des mangelnden Platzes nicht aus nicht aus. Jede Ressource hat unterschiedliche Synergien. Beispielsweise können manche Minen extra Ressourcen oder andere Typen von Ressourcen produzieren, wenn andere Erze oder Tiere neben ihnen stehen. Das heißt die Grundlagen für Ressourcen müssen so platziert werden, dass die Synergien aktiv werden. Damit die Synergien aber überhaupt aktiv werden, muss vorher meist eine bestimmte Menge einer bestimmten Ressource erwirtschaftet werden. Das heißt man muss auch öfter mal umbauen und umplatzieren. Damit aber noch nicht genug. Ressourcen lassen sich ausbauen bzw. transmutieren, wie es das Spiel nennt. Das heißt man kann die Ressourcen wie eben Tiere oder Pflanzen mit weiteren Eigenschaften versehen, sodass sie mehr produzieren oder zusätzlich andere Dinge Ressourcen produzieren. Baut man diese aus, so verändert oder verstärkt sich die Produktion der Ressourcen. Zudem verändern sich auch die Synergien, sodass man, je weiter das Spiel voranschreitet, immer mehr Synergien im Blick behalten muss. Die Projekte selbst bringen dabei besonders starke Synergien. Beispielsweise kann ein bestimmtes Projekt + 10 Technologie liefern für jede Pflanze innerhalb des Dorfes. Macht es also nun Sinn Pflanzen zu bauen und die Synergie des Projektes zu nutzen, oder kann ich die nötigen Ressourcen eher durch Synergien der Pflanzen/Tiere/Erze untereinander erwirtschaften? Das wird dabei immer tiefgehender und komplexer.
 

 

Wenn ein Projekt fertiggestellt wurde, möchte ein Stammesanführer von einem Giganten getragen werden. Für den von uns gewählten Giganten bedeutet das eine entsprechende Fertigkeit, welche die Verbesserung, Entwicklung oder Transmutation bestehender Ressourcen ermöglicht. Man kann also nicht von Anfang an alles Verbessern und entwickeln, sondern muss sich die Entwicklungen in einer Spielrunde selbst freispielen. Das heißt man muss auch richtig wählen welche Giganten man wie ausbaut.
 
Zudem füllt sich bei weiterer Entwicklung des Dorfes eine Leiste. Wenn diese sich füllt, steht ein neuer Nomade zur Verfügung und man kann nach gleichem Vorgehen ein zweites Dorf erstellen. Nach erneut aufgefüllter Leiste ein Drittes und so weiter. Das bringt noch eine weitere strategische Ebene mit sich. Je nachdem wie sich ein Dorf entwickelt, kann es gierig nach Ressourcen werden. Vermeiden oder einschränken lässt sich das nur durch eine seltene, passive, vierte Ressource, welche die Gier bei der Entwicklung einschränkt. Werden die Einwohner zu gierig, kann das in schierem Chaos enden. Das kann zu Chaos innerhalb eines Dorfes führen, das kann aber auch in Kriegen zwischen den Dörfern enden, das kann auch gegen Angriffe gegen die Giganten enden.
 
Für solche Fälle besitzt jeder Gigant eine Kampf-Fertigkeit. Angreifende Truppen können damit ausgeschaltet werden, ganze Dörfer bei zu viel Chaos vernichtet werden. Je weiter das Spiel voranschreitet, desto tiefer wird auch diese Ebene. Baue ich nun verstärkt die vierte Ressource um Gier zu vermeiden? Baue ich Tiere und verstärke ihre Aggressivität um den Einwohnern Angst zu machen, sodass ihre Armee-Trupps das Dorf gar nicht verlassen wollen? Kann ich das alles überhaupt in Kauf nehmen und dadurch auf andere Ressourcen verzichten? Kann ich alles sinnvoll mit den entsprechenden Synergien in Einklang bringen? Ihr merkt vielleicht selbst: Die Mechanik hinter dem Spiel ist so einfach wie genial.
 
Bevor die Upgrades innerhalb einer Party freigeschaltet werden können, müssen sie erst durch das Bewältigen von Aufgaben freigegeben werden. Eine Liste aller Aufgaben lässt sich im Menü einsehen und der Reihe nach werden auch immer drei Aufgaben im Spiel angezeigt. Diese reichen von sehr einfach, über herausfordernd bis hin zu wirklich schwer. Dies ist zudem nur in unterschiedlichen Modi möglich, welche eine Zeitbegrenzung haben. Diese Modi müssen auch freigeschaltet werden. Je mehr Zeit ich dann zur Verfügung hab, desto schwerere Aufgaben kann ich angehen. Ein Endlosspiel gibt es auch, wobei man dort nur die erspielten Upgrades freischalten kann. Neue Upgrades können nur in den Modi mit Begrenzung erspielt werden. Nach Wunsch lässt sich jeder Modus nach Zeitablauf als Endlosspiel weiterspielen. Technisch macht das Spiel auch einen guten Eindruck. Der Sound ist stimmig und passend. Die Grafik ist hier sehr stilistisch, aber meiner Meinung nach wirklich schön umgesetzt.
 

 

Heißt im Fazit: Reus ist in meinen Augen ein überraschend tolles Indie-Spiel, von welchem ich vorher gar nichts gehört hatte. Die Mechaniken sind sehr einfach, haben im fortlaufenden Spiel aber wirklich eine ganze Menge Tiefgang. Es erfordert im voranschreitenden Spielverlauf wirklich eine große Menge an Strategie.
Das Ganze ist noch für 8,99€ (später für 9,99€) auf Steam erhältlich. Neben Steam auch noch auf gog.com und Desura. Jeder der ein wenig was mit dieser Art Spiele anfangen kann, sollte sich Reus definitiv anschauen!

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3 Antworten zu Reus – Überraschend gutes Götterspiel!

  1. Chaotic schreibt:

    19. Mai 2013 um 16:28

    Sieht wirklich interessant aus! :)

  2. mojogg schreibt:

    19. Mai 2013 um 23:15

    sieht echt cool aus, gleich mal ausprobieren :D

  3. chaz0r schreibt:

    25. Mai 2013 um 11:31

    Hm…einige Bilder hats zerschossen, auch auf der offiziellen Seite, wo die Links hin verweisen. Falls jemand noch an weiteren Videos interessiert ist, kann man sich die aber dennoch da angucken: http://www.reusgame.com/media/

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