E-Sport: Kann man das Essen?

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Gaming im Wandel

 

Ich schreibe hier als Gamer für Gamer. Selbstverständlich bedeutet das auch, dass ihr euch bereits mit einigen Grundzügen auskennt. Eine Umfrage im Internet brachte mich jedoch zum Stutzen.

 

So wissen scheinbar etliche Zocker nicht, was es mit E-Sport auf sich hat. Oder sie beschäftigen sich nur ganz am Rand damit. Dabei ist es ein Thema, das mittlerweile etliche von uns ebenfalls “betrifft”. Bis vor wenigen Jahren waren Spiele ein wenig differenziert. Wo heute Multiplayer Titel in allen Variationen nahezu in jedem Gaming-Haushalt vorhanden sind, gab es bis vor kurzem einen wesentlich stärkeren Fokus auf Single-Player Inhalte. Sei es nun ein Gothic, das durch eine epische, große Spielwelt, tolle Charaktere und eine ausgereifte Mechanik besticht, oder eben ein toller Solo-Shooter. Diese bestachen durch packende Action, jede Menge Story und natürlich einem schlüssigen Konzept. Das alles ist auch nicht verkehrt, denn schließlich geht es beim Zocken auch darum, Spaß zu haben und vor allem natürlich unterhalten zu werden.

 

Ab wann ist Zocken Sport?

 

Doch in letzter Zeit nimmt der Multiplayer Part immer mehr Raum ein. Es begann bereits mit Titeln wie Counter Strike, wird nun aber durch Spiele wie League of Legends, DotA, Starcraft und viele mehr auf einen ganz neuen Punkt gebracht. Das alles sind Titel, die wir primär im Internet gegen andere Spieler zocken. Auch wenn sie teilweise über packende Kampagnen verfügen, legt man hier doch den Fokus mehr auf den kompetitiven Bereich.

 

Grundsätzlich ist dabei wichtig, dass beide Seiten eine ausgeglichene Chance haben und so jeder auf seine Kosten kommt. Doch wann sprechen wir hier eigentlich vom E-Sport? Dieser beginnt im Prinzip schon dann, wenn ihr euch dafür entscheidet, gegen einen menschlichen Kontrahenten anzutreten. Denn ab da geht es ja um einen Wettkampf. Selbst wenn dieser auf freundschaftlicher Basis ausgetragen wird. Gewinnen will schließlich jeder.

 

Computerspiele im TV?

 

Während in Deutschland das komplette Wachstum eigentlich um die ESL aufgebaut ist, sind andere Länder da schon weitaus fortschrittlicher. So werden z.Bsp. in Korea Spieler wie hierzulande Fußballfans gefeiert. Es werden große Turniere ausgetragen und einige Sender übertragen das Spektakel im Fernsehen. Sogar in Schweden werden mittlerweile die Battles direkt im TV ausgestrahlt. Wir sind noch von Stream über Plattformen wie Twitch, Azubu oder auch Youtube angewiesen.

 

E-Sport bezeichnet eigentlich das kompetitive Spiel gegen humanoide Mitspieler. Es ist also im wesentlich nichts Neues und wird auch schon seit einiger Zeit praktiziert. Hierzulande ist die ESL ein großer Vorreiter dieses Themas. Aber auch andere Institutionen wie beispielsweise TakeTV fahren auf diesem Zug mit und begeistern mit fast 70.000 Zuschauern beim HomeStory Cup.

 

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Der Trend geht also weg vom gemeinen Spielen zuhause im Keller. Das Klischee wird nicht mehr bedient. Der Zocker ist nicht mehr der pickelgesichtige, übergewichtige Nerd, der nicht in unsere Gesellschaft passt und sein Leben einsam im Keller fristet. Die Stars der Szene sind normale Menschen, haben auch noch andere Hobbys und sie bekamen die Möglichkeit, ihr Hobby zum Beruf zu machen und um Preisgelder im 5-stelligen Bereich zu spielen.

 

Und wo sind wir?

 

Diese Frage kann und darf man sich stellen. Denn nicht nur die Top Spieler sind teil dieser Maschinerie. Am Ende liegt es bei uns. Den Enthusiasten, Fans und Spielern. Viele von euch werden ebenfalls die Ladder in League of Legends, DotA 2 oder Starcraft 2 unsicher machen. Nur um einige der aktuellen und berühmten Titel zu nennen. Mit dazu gehören übrigens auch Sportspiele wie Trackmania oder Fifa. Und schließlich hat kaum ein Gamer mit Internetanschluss all diese Spiele einfach missachtet.

 

Dementsprechend nimmt jeder am E-Sport teil, der sich kompetitiv an solchen Spielen beteiligt. In welchem Maß dies nun erfolgt, ist natürlich überall unterschiedlich. Der Eine spielt hin und wieder ein Ründchen zum Spaß, der andere verbeißt sich ins Spiel, betrachtet die Mechaniken, legt sich Taktiken zurecht und versucht sich konstant zu steigern.

 

Und was ist E-Sport nun?

 

Wir reden hier von elektronischem Sport. Dieser kann von zuhause, auf LAN Partys oder diversen Offline-Events und natürlich unterwegs auf dem Laptop ausgeführt werden. Wichtig ist hierbei, dass es stets eine kompetitive Note benötigt. Denn ohne Wettbewerb fehlt hier der “sportliche” Aspekt. Übrigens kann man auch so genannte Speedruns hinzufügen. Doch zu diesem Phänomen werde ich mich in einer anderen Kolumne äußern.

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10 Antworten zu E-Sport: Kann man das Essen?

  1. huehuehue schreibt:

    28. Juni 2013 um 23:21

    Es gibt für mich keinen Unterschied zwischen der Tischtennis Kreisliga Nordwestmecklenburg und der Silberliga in LoL. Leider sehen das manche ältere Leute nicht so.

    • tschobper schreibt:

      29. Juni 2013 um 10:36

      Beim Tischtennis wird dir nicht regelmäßig Krebs gewünscht.
      Generell ist es aber schon ein gewaltiger Unterschied und es ist auch gut , dass ein paar mal die Woche Tischtennis spielen mehr tolleriert wird, als jeden Tag League zu daddeln und bei deutlich mehr Zeitaufwand genauso wenig zu erreichen.

      • huehuehue schreibt:

        29. Juni 2013 um 11:26

        Aber es wird beschissen ohne Ende, Bier getrunken und rumgepöpelt, ich hab da schon einiges erlebt.

      • Eidexe schreibt:

        29. Juni 2013 um 12:31

        Und warum ist das gut? Weil man sich dabei bewegt? PC Spieler dürfen ja nur ausschließlich den ganzen Tag zocken, oder? :D

        • huehuehue schreibt:

          29. Juni 2013 um 13:24

          Sehe ich ähnlich, Eidexe! Gerade in der Pro-Szene müssen die Spieler auch körperlich fit sein. Ein volles Bo5, was 5 Stunden Anspannung und Konzentration erfordert muss man erstmal körperlich und mental aushalten, ohne dass man nur ein bisschen müde und erschöpft ist.

          • scary schreibt:

            30. Juni 2013 um 11:51

            Selten so einen Quatsch gelesen. Wenn du dir die Roster mal angeschaut hättest würdest du das hier nicht schreiben. Ich geb dir mal ein paar negativBeispiele:
            Qtiepie, Edward, Dyrus, Yellowstar, Nyph, Vileroze, NK Inc, Voyboy, Zuna, Scarra, Kiwikid, Shushei.
            Und das sind grad nur die, die mir einfallen. Außerdem sind das nur die übergewichtigen Pro-Player der LoL-Szene.
            Der andere Bärenanteil ist spindeldürr.
            Froggen, Wildturtle, Oddone, Maplestreet, Hotshot… die Liste lässt sich beliebig weiterführen. Die Jungs sehen aus als ob man ihnen was brechen würde, wennn man ihnen HighFive gibt und bei Oddone habe ich immer Sorge, er könnte jederzeit vom Stuhl kippen, so ungesund sieht er aus.
            Das schlechte Essen und der ungesunde Lebensstil werden ja bei jeder Gelegenheit zur Schau gestellt und zelebriert. Ob es jetzt die Streams der Pro-Player sind, Interviews oder AMA’s auf Reddit.
            Fit sehen wirklich nur einige wenige aus.
            Mental spreche ich den Jungs wirklich nichts ab. Großen Respekt für deren Konzentrationsfähigkeit, Hand-Augen-Koordination und psychische Belastbarkeit.
            Aber LCS-Pros als körperlich TopFit zu erachten ist wirklich ein mehr als schlechter Scherz.

  2. placebo schreibt:

    29. Juni 2013 um 00:50

    Es gibt da einen erheblichen Unterschied. Tischtennis gibt es jetzt gute 100 Jahre. Und im E-Sport kommen und gehen die einzelnen “Sportarten”.

    • Ekin schreibt:

      29. Juni 2013 um 01:21

      E-Sportarten kommen und gehen nur etwas schneller, als im echten leben. Ringen droht aus der Olympiade zu fliegen oder wer spielt heute noch Feldhandball?
      Im echten Leben bleibt ein Sportplatz immer gleich, aber im E-Sport werden die “Sportplätze” (Computer) immer besser, sodass sich natürlich immer neue Spiele finden werden. Aber im Grund sind sie am selben Spielprinzip angelehnt. So wird es immer FPS, MOBAs, RTS usw. geben.

  3. tschobper schreibt:

    29. Juni 2013 um 15:11

    Guter Artikel. Du übertreibts mit dem Fußballervergleich zwar ein bisschen, aber um sich die Dimensionen vorzustellen kann man das schon mal nutzen.
    http://i.imgur.com/Yca8f.jpg hier kann man noch gut sehen, wie beliebt league zur zeit in korea ist.

  4. Balnazza schreibt:

    8. Juli 2013 um 18:13

    eSports ist einfach eine großartige Sache. Das sage ich als jemand, der eSports seit Jahren betreibt, moderiert und administriert.
    allerdings wunderts mich ein bisschen, dass du die ESL hier in Deutschland so in den Vordergrund stellst. Die ESL hat dem deutschen eSports in der Vergangenheit oft stark geschadet, weil sie aufgrund der absurden Preisgelder die deutschen Profis etwas faul gemacht hat.

    @scary:
    Entschuldige die Ausdrucksweise, aber du redest Müll. Viele eSports’ler betreiben neben dem zocken Sport, da das zocken nunmal ihr Beruf ist, der Sport ein Hobby.
    Sicherlich wird der ein oder andere Übergewichtler aus Abneigung gegen Sport beim eSports gelandet sein, aber ist das schlimm?
    Bei dir klingt es so, als müssten alle menschen dünn, aber gleichzeitig muskulös sein. Ich kenn genug Menschen, die haben mit zocken nichts am Hut und sind trotzdem dünn oder übergewichtig.

    Beim eSports halte ich es wie auch beim echten Sport: Mir ist das aussehen der Athleten scheißegal. Mich interessiert die Leistung bzw. die Spielweise und eventuell noch der Charakter. Und das ist das schöne, was sich der eSports derzeit noch bewahrt hat:
    Viele e-Sportsler gibts “zum anfassen”, sie sind deutlich greifbarer als irgendwelche hochbezahlten Profifußballer.

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